Eine Trekkingtour Anfang Juni 2003
von Stephan Klatt und Jens Giesler
Ein Reisebericht von Jens Giesler
Vorwort:
Bevor es mit der eigentlichen Tour losgeht und man sich den fertig gepackten Rucksack aufschultert, vergeht
die Zeit der Tourenplanung. Es müssen Packlisten erarbeitet werden man will ja nichts Unnötiges
mitschleppen, der Rucksack ist ohnehin schon schwer genug. Besondere Sorgfalt gilt hier der Planung der Lebensmittel.
Auch sollte man rechtzeitig daran denken das notwendige
Kartenmaterial
zu besorgen. Für diese Tour gestaltete sich dies zuerst schwierig, denn der Großhändler unseres
Buchhändlers konnte angeblich eine Karte nicht liefern. Er hatte sie nicht auf Lager. Aber alleine das Suchen
in den Katalogen des Buchhändlers, welche Kartenschnitte wir genau brauchen, war schwierig, denn auf diesen so
genannten Blattschnitten erkannte man recht wenig, zu wenig! Man sollte also hieran mindestens vier besser sechs
Wochen im Voraus denken. Doch nun genug der Vorrede, lest selbst wie es Stephan und mir auf unserer Hardangerviddatour
ergangen ist.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Jens.
1. Tag - Mittwoch
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Los ging es am Mittwoch, dem 04.06.03 in Dresden. Zunächst mit dem Auto nach Gelnhausen - Meerholz.
2. Tag - Donnerstag
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Von dort fuhren wir dann am nächsten Morgen per Mama Taxi nach Hahn im Hunsrück um dann endlich mit der Ryanair Boeing
nach Torp (liegt ca. 90 km von Oslo entfernt) in Norwegen zu fliegen. Dort angekommen empfing uns strahlender
Sonnenschein, so dass wir unsere Goretex-Jacken und Fleece-Pullis erstmal im Rucksack verstauten. Von Torp fuhren
wir mit dem Torpekspressen, ein Shuttlebus, vom Sandefjord Lufthavn nach Oslo. Unser Zeitplan auf der kompletten
Hinfahrt war sehr eng gestrickt, so dass wir unbedingt mit dem ersten Shuttle Bus nach Oslo fahren mussten. Abfahrt dieses
Busses war 13:30 Uhr. Ankunft in Oslo Busstation 15:15 Uhr. Unser Zug, der uns an den Rand der Hardangervidda bringen
sollte, fuhr in Oslo Hauptbahnhof um 16:09 Uhr ab und wir mussten ja noch Benzin für unseren Benzinkocher
(Danke Marcus für die Leihgabe) und Zugtickets kaufen. Wir hatten allerdings Glück, direkt neben dem
Busbahnhof war eine Tankstelle, und der Bushalt selbst lag ca. 300 Meter vom Hauptbahnhof entfernt, so dass wir sogar
noch Zeit für Zivilisationsmahl im Hauptbahnhof bei Burger King hatten.
Die Zugfahrt nach Geilo dauerte dann nochmal dreieinhalb Stunden und nach ca. einer Stunde kam uns beim Blick
aus dem Zugfenster das erste "Aha"-Erlebnis. Der Zug hielt nämlich in Drammen, wo wir zuvor mit dem
Torpexpressen (Busshuttle) schon gehalten hatten. Hmm, wir hätten wohl einiges an Geld und Zeit sparen
können wären wir hier aus dem Shuttlebus ausgestiegen und in den Zug eingestiegen. Da Drammen eine
größere Stadt ist wäre das Organisieren von Benzin sicher auch problemlos gegangen. Naja egal, diese
Variante auf der Rückfahrt auszuprobieren kam allerdings auch nicht in Frage, da wir für Hin- und
Rückfahrt des Busshuttles zum Flughafen eine Kombikarte gekauft hatten. Diese war nämlich billiger.
Wir mussten also auf jeden Fall wieder nach Oslo zurück, auch weil wir ein Zimmer in der Jugendherberge
reserviert hatten - mit dem Gedanken vor unserem Rückflug wenigstens einmal zu duschen. In Geilo angekommen war es
nun schon 19:34 Uhr und wir wollten ja noch aus diesem Örtchen hinaus wandern um vom Skandinavischen
Jedermannsrecht Gebrauch zu machen und in der Wildnis unser Zelt aufzuschlagen.
 Ankunft in Geilo
Es empfing uns sehr kaltes Wetter, so dass wir erstmals Mütze und Handschuhe anzogen.
Dummerweise hatten wir aus Geizgründen für die ersten 15 km keine Wanderkarte in Deutschland besorgt -
wir brauchten so schon sechs Karten für die Tour und diese waren eigentlich schon teuer genug, so dass wir
uns bei der Tourenplanung entschlossen, die ersten 15 und die letzten 10 km ohne Wanderkarte auszukommen, wohl in
der Hoffnung die Wanderwege seien schon markiert. Leider war dies nicht der Fall oder wir haben den Weg zur Tuva
Hütte, unserem ersten Wegpunkt, einfach nicht gefunden.
Nach einer Stunde Herumirrerei kreuz und quer durch Geilo haben wir endlich einen Wegweiser mit der
Beschilderung Tuva gefunden. "Loipe 3 Tuva" stand dort geschrieben. Aha, also die Loipenmarkierungen sind noch nicht
entfernt, was uns nicht wunderte, denn die Wintersaison dauert dort bis mindestens Ende April und die Sommersaison
fängt frühestens Anfang Juli an. Wir waren ja Anfang Juni dort, also dazwischen.
Der besagten Wegmarkierung folgten wir auf einer Straße die aus Geilo rausführte, als plötzlich eine
laute Männerstimme fragte: "Are you going to the mountains?" Die Stimme kam von einem Balkon eines Bauernhofes
auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Wir antworteten sinngemäß, wir würden eine Trekkingtour durch
die Hardangervidda starten. Der nette Herr meinte zu uns nur wir sollten nochmal zu ihm rüber kommen, er
müsse uns noch was zeigen und erklären.
 Anstrengender Aufstieg
Wir folgten seiner Aufforderung und er warnte uns mit den Worten:
"It's a little bit early. There is still a lot of snow in the mountains."
Wir versicherten ihm, dass wir vorsichtig seien und zur Not umdrehen würden. Auf einer Karte, die er aus
seinem Haus holte, zeigte er uns noch einen seiner Meinung nach zu dieser Zeit begehbareren Weg zur Tuva
Hütte als den von uns zuerst eingeschlagenen.
Wir folgten seinem Ratschlag und schlugen diesen ein. Dummerweise bogen wir irgendwie
falsch ab, so dass wir gegen 0:30 Uhr und nach einem anstrengenden Aufstieg abseits irgendeines Weges und dem
Durchqueren erster Schneefelder unser Zelt an einem See aufschlugen.
3. Tag - Freitag
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Am nächsten morgen berechneten wir die Koordinaten der Tuva Hütte. Diese war zum Glück am Rand auf
einer unserer Karten eingezeichnet. Mit den errechneten Koordinaten fütterten wir das GPS Gerät
(danke Christoph für die Leihgabe) und ließen uns den Kurs ausgeben. Mit eingestelltem Kompass und
ausgeschaltetem GPS (wir mussten Batteriepower sparen und uns schien es als würden wir das GPS wirklich noch
häufig brauchen) führten wir unseren Weg Richtung Tuva fort. Es sei mir hier die Bemerkung gestattet,
dass ich vor dieser Tour eigentlich nicht viel von GPS-Geräten gehalten habe. Aber ohne Karte und ohne GPS-Gerät
hätten wir diese Hütte wohl nicht oder Tage später gefunden; und das GPS sollte uns
später noch wirklich helfen, dazu später mehr, so dass ich während dieser Tour meine Meinung
bezüglich GPS geändert habe. Dennoch ist GPS kein alleiniges Allheilmittel und wer nicht wirklich mit
Kompass und Karte umgehen kann sollte diese Tour zu dieser Reisezeit keineswegs nachahmen.
Am Ende dieses Tages, den wir komplett nach Kurswinkel marschierten, stießen wir auf in den Schnee gesteckte
Stangen, die wohl die Loipe nach
 Schneematsch
Tuva markierten. Wir folgten diesen Stangen allerdings weniger wandernd als durch den Schnee stapfend. Schneeschuhe
wären hier echt super gewesen, da wir oft hüfttief im Schnee versackten. Juni ist in der Hardangervidda
die Zeit der mächtigen Schneeschmelze. Es sollte sich später noch rausstellen, dass es dicke Bäche
an Stellen gab an denen keine in der Karte eingezeichnet waren und die dort eingezeichneten Bäche häufig
eher Flüssen glichen. Einige Kilometer später fing es zu regnen an und der Schnee wurde so wässrig
das wir immer tiefer versackten. Sehr dumm war nur, dass unter dem Schnee der Wasserstand schon reichlich kniehoch
war, so dass dieser Weg nicht mehr zum Weiterlaufen in Frage kam. Unsere Schuhe und Hosen wären unweigerlich
voll mit eiskaltem Wasser gelaufen. Inmitten von fließendem Wasser und riesigen Schneefeldern suchten wir eine
Möglichkeit eben dieses zu umlaufen. Eine Stunde später stellten wir fest, dass uns dieses Umlaufen
mächtig vom Kurs abgebracht hatte. Da wir allerdings tot müde waren und es sowieso mittelstark regnete
beschlossen wir auf der Tundrafläche, die wir soeben glücklicherweise gefunden hatten, unser Zelt
aufzuschlagen, wohl wissend, dass wir unser Tagesziel Tuva nicht erreicht hatten, was unseren Zeitplan in
Bedrängnis bringen würde. Egal, an diesem Abend habe ich sowieso gedacht wir müssten die komplette
Tour abbrechen. Schließlich kamen wir an dem Vorabend und diesem vollen Tag insgesamt keine 15 km Wegstrecke voran.
4. Tag - Sonnabend
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Der strahlende Sonnenschein, der uns am nächsten morgen begrüßte, ließ die Sache jedoch wieder in
 Bachdurchwatung
ganz anderem Licht erscheinen. Nach erneuter Kursbestimmung gingen wir weiter. Der erste
Bach ließ nicht lange auf sich warten und wir mussten das erste mal unsere Schuhe ausziehen um ihn zu durchwaten.
 Hein am nächsten Morgen
Gegen Mittag kamen wir endlich an der Tuva Hütte an. Sie war allerdings geschlossen, wie gesagt es war keine
Saison. Dort machten wir eine ausgiebige Mittagspause bevor wir auf dem Wanderweg, den wir kurz vor Hütte
gefunden hatten, zur Hütte Hein weiter wanderten. Jetzt konnten wir ja auch unsere Karte nutzen, so dass wir
das GPS die nächsten Tage ausgeschaltet ließen.
Auf unserem Weg nach Hein mussten wir erneut ein Bach durchwaten, diesmal sogar in Unterhose.
Am Abend, wenn auch spät, erreichten wir die Hütte Hein. Natürlich war sie geschlossen. Unser
Zelt bauten wir trotzdem vor ihr auf. Hier gab es einen Steintisch und Bänke was das Kochen und Essen
komfortabel gestaltete. Leider hatten wir auch an diesem Tag unser Wegziel nicht erreicht. Das wäre die
Hütte Rauhellern gewesen, aber wir waren ungefähr einen halben Tag unserem Zeitplan hinterher.
5. Tag - Sonntag
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 Saukalt
Am nächsten Tag führte unser Weg zu der Hütte Rauhellern, hier mussten wir eine wichtige Entscheidung
treffen. Es stand zur Diskussion die vorgesehen Route weiterzuwandern und auf Teufel komm raus den Zeitverzug wieder
gutzumachen, was allerdings sehr schwer geworden wäre, denn die langen Tagesetappen mit bis zu 27 km standen
sowieso noch vor uns, zusätzlich wären noch die gutzumachenden Kilometer hinzugekommen oder einen anderen
Weg einzuschlagen. Wir entschieden uns für letzteres und wanderten in Richtung Stigstuv-Hütte weiter. Bis
dorthin waren es noch ca 14 km und uns war bewusst, dass wir diese Etappe noch an jenem Tag schaffen sollten um nicht
erneut in einen Zeitverzug zu geraten. Der Wanderweg ging auch hier weiter und es kamen fast keine bösen
überraschungen. Lediglich ca. 4 km vor der Hütte fehlte eine Brücke, so dass wir mal wieder in
Unterhose einen Bach durchwaten mussten. Diesmal war es extrem unangenehm den wir hatten nur 6 Grad Lufttemperatur
(nachgemessen!). Es war saukalt.
Schlags kaputt kam ich an der Stigstuv-Hütte an. Stephan war ungefähr schon eine halbe Stunde vor mir
dort angekommen. Dieser Abend sollte der kälteste auf der Tour werden. Zeitweise habe ich trotz Fleecepulli,
Fleecejacke, Goretex-Jacke, Mütze und Handschuhen gefroren. Aber im Schlafsack war es warm ;-).
6.Tag - Montag
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 Plötzlich gutes Wetter
Nachdem das Zelt abgebaut und die komplette Ausrüstung in unseren Rucksäcken verstaut war, führte uns
unsere neue Wegetappe vorbei an der Bjoreidals-Hütte zur Dyranut-Hütte, welche direkt an der E7 Straße
liegt. Da wir dort nicht zelten konnten gingen wir noch ca. 9 km weiter die Straße entlang in Richtung Fossli wo wir
sowieso hinlaufen wollten. Leider fing es auf diesem Wegstück an stark zu regnen, so dass wir sogar die
Regenhosen anzogen. An einem super Plätzchen in Nähe einer Staumauer bauten wir, nun allerdings bei strahlendem
Sonnenschein, unser Zelt auf. Wir waren von dem sich rasend schnell vollziehenden Wetterwechsel überrascht.
Diesmal allerdings positiv. Aufgrund des wider Erwarten guten und warmen Wetters und der relativ frühen
Tageszeit beschlossen wir uns ein erstes mal im Bach zu waschen, inklusive der Haare. Ach ja, es soll nicht
unerwähnt bleiben, dass es in dieser Gegend im Juni fast nie dunkel wird. Es dämmert zwar, aber eine
Taschenlampe brauchten wir nie. Richtig dunkel wird es für maximal ein bis zwei Stunden.
7. Tag - Dienstag
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Frisch gewaschen machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg die berühmte Touristenattraktion
Vøringfossen (ein Wasserfall) zu besichtigen, der bei dem Örtchen Fossli liegt. Das Wetter war sonnig und
 Vøringfossen
es lagen bis Fossli ca. 13 km Straße vor uns. Doch wir kamen erstaunlich schnell vorwärts, wohl von der
Hoffnung auf einen leckeren Tine Jordbaer Joghurt angetrieben. Am Vøringfossen angekommen waren wir etwas
enttäuscht, denn so toll war dieser Wasserfall nicht und einen Supermarkt gab es dort auch nicht. Aber einen
Kiosk und ein Hotel-Cafe, in dem wir für richtige Norweger gehalten wurden - von der Ausländischen
Cafe-Bedienung ;-). Dies war natürlich ein riesiges Kompliment und entschädigte ein wenig für den
nicht existierenden Supermarkt. Nach einem heißen Kaffee mit viel Zucker und Milch erkundigten wir uns wo denn der
nächste Lebensmittelmarkt oder Kiosk zu finden sei, in dem man Lebensmittel, vor allem den begehrten
Tine-Joghurt, kaufen könnte. Der nächste Supermarkt sei in Eidfjord, was uns sehr enttäuschte, denn
dieser Ort Eidfjord lag noch ca. 23 Straßen-Kilometer nach Westen Richtung Bergen. Es wäre also ein
Tagesmarsch hin und einer zurück gewesen aber diese zwei Tage Zeit hatten wir nicht zur Verfügung. Uns
tröstete allerdings die Aussage in Liseth gebe es einen Kiosk, vielleicht hätten wir da ja Glück.
Diese Siedlung lag nur ca. 3 km von dem Voringfossen entfernt, so dass wir einen Abstecher dorthin unternahmen.
Tine Joghurt gab es dort zwar, es war aber kein Trinkjoghurt sondern gewöhnlicher und auch kein Jordbaer
sondern Kiwi, aber wir freuten uns dennoch. Dass das Haltbarkeitsdatum längst überschritten war störte
uns nicht. Durch Joghurt und eine ebenfalls dort erstandene Cola gestärkt, führten wir unseren Weg fort.
Ach ja, beinah hätte ich es vergessen, ich kaufte noch eine uns fehlende Karte für den letzten
Wegabschnitt. Die Erfahrung der ersten beiden Tage hatte uns ja gelehrt , was ohne Karte so alles passieren kann.
Die ersten 2 km Richtung Rembesdalsæter Hütte waren sehr gut ausgebaut, regelrecht zertrampelt und
ausgelatscht von den vielen Touristen. Es ist halt wie überall in der Nähe von Touristenattraktionen,
die nächstgelegenen Wanderwege sind meist stark frequentiert, besonders, wenn man das Highlight direkt aus
dem Auto raus besichtigen kann. In Fossli waren wir wieder auf die ursprünglich geplante Tourenstrecke
gestoßen, ihr erinnert euch, wir hatten diese ja in Rauhellern verlassen. Was nach diesen 2 km folgte, war jedoch
alles andere als spaßig und erwies sich als kräfteraubend. Zahlreiche Schnee und Geröllfelder galt es
zu überqueren und es ging bergan. Das Wetter wurde schlechter, natürlich ausgerechnet als wir inmitten
von Geröll standen und uns im "Stonejumping (Steine hüpfen)" üben mussten. Ich wollte dieses Meer
aus Geröll unbedingt hinter mir lassen bevor es beginnen würde zu regnen, denn "Steinehüpfen" mit
schwerem Rucksack war schon anstrengend und gefährlich genug. Wären diese zudem noch nass und somit
glitschig gewesen, wären wir wohl noch langsamer vorangekommen und hätten für den Abstieg in das
nachfolgende Tal noch mehr Zeit benötigt. Diese Etappe gestaltete sich also als schwierig. Ich war froh, als
unser Zelt aufgebaut in einer Talsenke an dem Skytjedalsvatnet-See mit Sicht auf die Moldnuten-Steilwand gelegen,
stand. Doch kaum hatten wir es fertig aufgebaut wurde der Regen, der während unseres Abstiegs begonnen hatte
stärker und es setzte ein ziemlicher Sturm ein. Dieser war so stark, dass wir das Zelt nochmal mit extra
Leinen abspannten. Angesichts der vor uns hoch ragende Steilwand und des schlechten Wetters fragten wir uns wie
wir am nächsten Tag dort hinauf kommen würden. Wir hofften auf einen Wetterwechsel.
8. Tag - Mittwoch
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Am nächsten morgen regnete es zwar nicht und der Sturm hatte sich auch gelegt, aber es war dennoch alles nass und
stark bewölkt und es sah aus als würde jeden Augenblick eine Nebelbank aufziehen. Deshalb war Eile geboten,
denn wir wollten nicht
 Aufzug der Nebelbank
vom Nebel überrascht werden während wir entlang der Steilwand wanderten. Doch bereits einige Meter hinter
unserem letzten Zeltplatz wurden wir ausgebremst. Hier war ein Fluss, aber die Brücke, welche aus zwei Holzbohlen
und Seilen unter Zuhilfenahme eines großen, inmitten des Flusses liegenden Steins gebaut werden sollte, war nur im
Bausatz vorhanden. Wir betätigten uns also als Brückenbauer und errichteten diese. Zu unserem Glück
waren die Bauteile ja bereits vorhanden, denn ohne Brücke wären wir durch diesen Fluss nicht
hindurchgekommen. Diese Baumaßnahme kostete erheblich Zeit. Auch für den nachfolgenden Aufstieg hatten wir
einfach zu viel Zeit benötigt, so dass wir doch im Nebel an der Steilkante entlang wandern mussten. Der
Aufstieg war kräftezehrender als angenommen. Es sollte sich später noch rausstellen, dass dies die
körperlich anstrengendste und konditionsfordernste Etappe werden
 Hardangerjøkulen
würde. Nach geschafftem Aufstieg und einigen Kilometern kam ein Abstieg, der direkt am Fuße des Hardangerjøkulen
Gletschers vorbeiführte. Bei Regen galt es nun das einen Tag zuvor bereits geübte "Steine hüpfen" im
Abstieg zu vollbringen. Das war alles andere als angenehm und wäre man da irgendwie anders runtergekommen hätte
ich wohl dies vorgezogen. Zeit zum Campen und Warten auf besseres Wetter hatten wir leider auch nicht, so dass
wir da durch mussten. Leider ohne Seil. Und nach dem Abstieg kam die nächste Herausforderung. Der
Hardangerjøkulen-Gletscher speist einen Fluss (keinen Bach), der schier unüberwindbar aussah. Unser
erster Versuch auf eine in der Mitte des Flusses gelegene Kiesbank zu kommen gelang. Allerdings mussten wir lange
suchen um eine geeignete Stelle fürs Durchwaten zu finden. Das Durchwaten ging wiedereinmal nur in Unterhose.
 Irgendwie hier rüber
Auf der Kiesbank angekommen stellten wir jedoch schnell fest, dass die zweite Hälfte des Flusses nicht
zudurchwaten wäre. Wir kehrten um, durchwateten die erste Hälfte im Rückzug erneut und überlegten,
wie es zu schaffen sei, auf die andere Seite des Flusses zu gelangen. Wieder und wieder schritten wir das Flussufer ab
um eine geeignete Stelle für eine überquerung zu finden. Doch nichts. An keiner Stelle war eine Durchwatung
möglich. Es gab nur eine einzige Möglichkeit und die schien uns im ersten Augenblick zu gefährlich. Wir
überlegten ernsthaft ob wir umkehren sollten. Doch unseren gebuchten Rückflug hätten wir dann mit
ziemlicher Sicherheit nicht bekommen. Also mussten wir unsere anfängliche Angst überwinden und den Fluss
an den Drahtseilen der noch nicht installierten Hängebrücke überqueren. Wir hatten kein
Sicherungsmaterial wie Karabiner, Klettergurt Schlingen usw. dabei, nur einen, nicht zum klettern geeigneten, kleinen
Schnappkarabiner, den ich
normalerweise nutze um den Verschluss meiner Siggflasche besser öffnen zu können. An diesem befestigten wir den
ersten Rucksack und hingen ihn in eines der beiden Drahtseile ein. Der erste von uns beiden sollte nun auf beiden Drahtseilen,
diese verliefen in ca. einem Meter Abstand parallel, sitzend den Fluss überqueren und seinen Rucksack dabei hinter sich
herziehen. Den Karabiner sollte dann derjenige, der den Fluss noch nicht überquert hatte, an einer zuvor an dem Karabiner
 Rucksack einhängen
befestigten Schnur zurückziehen. Die Schnur setzten wir aus Schnürsenkeln, Wäsche- und Zeltleine zusammen,
welche wir miteinander verknoteten. Danach sollte er seinen Rucksack einhängen und ebenso wie sein Vorgänger den
Fluss überqueren. Genialer Plan ;-).
 Überquerung
Gesagt, getan. Zuvor polsterten wir jedoch unsere Kniekehlen mit Gamaschen bzw. Panzertape, da
die Stahlseile in diesen wohl scheuern würden. Angekommen auf der anderen Flußseite waren unsere Hände
fast erfroren, denn das Stahlseil war eiskalt. Die gesamte Aktion war Survival pur.
Die letzten Kilometer bis zur Rembesdalsæter-Hütte war es wieder extrem neblig, es regnete auch wieder und
unsere Sachen waren ziemlich nass. Doch diesmal hatten wir Glück. Nach all den Strapazen des gesamten Tages hatte
wohl jemand Mitleid und meinte es gut mit uns. Denn die Rembesdalsæter-Hütte war eine
Selbstversorger-Hütte und somit geöffnet. Wir schliefen also eine Nacht in der Hütte und trockneten
unsere Klamotten an einem gemütlichen Feuer im Ofen. Im Gästebuch der Hütte war der letzte Eintrag
vor uns von Anfang Mai. Das war sicher vor Beginn der Schneeschmelze. Uns wird immer klarer, dass zu Zeiten der
Schneeschmelze dieser Wegabschnitt eigentlich nichts mehr mit Wandern oder Trekken zu tun hat, sondern man froh
sein muss, wenn man sich irgendwie durchschlagen kann. Wir erinnerten uns an die Worte des Mannes von Geilo. Hatte
er uns nicht gewarnt?
Am nächsten Tag wollen wir unsere letzte Etappe bis in das höchst-gelegene Bergdorf der Hardangervidda
Finse gehen. Von dort aus werden wir mit dem Zug nach Oslo zurückfahren.
Uns beunruhigt etwas, dass der Weg dorthin 27 km beträgt. Der Weg von Fossli zur Rembesdalsæter-Hütte,
in der wir die letzte Nacht geschlafen hatten, beträgt nur 20 Kilometer und dafür hatten
wir über einen Tag gebraucht. Sollte der Weg ähnlich schlecht und kräfteraubend wie die vorige
Etappe sein, würden wir wohl kaum am Abend in Finse ankommen. Uns beruhigt etwas, dass die Zeitangabe im
Wanderatlas des Norwegischen Wanderverbandes, welchen wir in der Hütte gelesen hatten, für den
bevorstehenden Etappenabschnitt kürzer ausfällt als für den vorangegangenen. Dennoch wollen wir am
nächsten Tag unbedingt versuchen in Finse anzukommen, weswegen wir planen früh aufzustehen, um zeitig
loszukommen.
9. Tag - Donnerstag
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Dies gelingt uns sogar. Am nächsten Morgen stehen wir bereits um sieben Uhr auf, und wer mich kennt
weiß, dass ich wirklich kein Früh-aufsteher, vielmehr ein Langschläfer bin.
Gegen acht Uhr kommen wir los. Der Weg ist anfangs erstaunlich gut und wir kommen gut voran. Es geht zu Beginn
nochmal steil bergauf. Danach folgt ein ziemlich langes Wegstück mit nur geringen Höhenunterschieden
am Rande des Hardangerjøkulen Gletschers entlang. Nur einen Wermutstropfen gibt es. Es liegt überall noch
 Reichlich Schnee
Schnee. Reichlich viel Schnee. Soviel Schnee, dass man sehr, sehr häufig die rot angemalten Steine
(T-Wegmarkierungen) nicht sieht, da sie unter einer dicken Schneeschicht begraben liegen. Zum Glück ist der
Schnee hier oben noch ziemlich hart gefroren, zumindest in der Frühe, so dass man nicht allzu oft einsackt.
Ein Problem stellt allerdings die Orientierung dar. Der Wegverlauf und häufig auch die Wegmarkierungensind ja
leider unter dem Schnee versteckt. Immer wieder müssen wir so das Kartenbild mit den Bergkuppen vergleichen.
Wie gut, dass ich die für diesen Wegabschnitt erforderliche Karte in Liseth noch gekauft hatte. An Bächen
oder Seen konnten wir uns nicht orientieren, da diese ebenfalls unter einer Schneeschicht verborgen lagen.
Häufig nutzen wir das GPS um unseren Standort zu bestimmen. Wir wollten uns hier oben zwischen den Bergen
nicht verlaufen und wir wollten ja abends Finse erreichen. Doch plötzlich geht nichts mehr. Alles ist für
einen Moment lang weiß. Keine zehn Meter Sicht. Nebel. Unter uns der weiße Schnee, um uns der Nebel,
so dass wir nicht mal mehr die Schatten der Berge sehen konnten. Wir sehen nur noch weiß.
 Es kam sogar noch schlimmer
Dumm ist nur, dass es uns genau an dem Wegabschnitt passiert, an dem wir zwischen zwei Seen auf einem nur wenige
Meter breiten Weg hindurch wandern mussten. Laufen wir zu weit links oder rechts, besteht Gefahr, in einen
der Seen einzubrechen. Man sah diese oder den Weg aufgrund des Schnees ja nicht. Wir machten das GPS an und
ermittelten unsere auf acht Meter genaue Position. Danach schauten wir in der Karte nach wo wir waren. Wir
stellten fest, dass es noch knapp 400 Meter bis zur der beschriebenen engen Stelle waren. Wir nahmen den Kurswinkel aus
der Karte mit dem Kompass und liefen von nun an stur nach Kompass und zählten unsere Schritte. Stephan hielt
den Kompass, ich ging mit meinen Wanderstöcken stochernd voran. Ohne GPS und ohne wirklich mit Kompass und
Karte umgehen zu können wären wir herumgeirrt und hätten uns mit ziemlicher Sicherheit verlaufen.
Mir wird bewusst, dass diese GPS Geräte wirklich Sinn machen können. Nicht auszudenken, hätten wir
es nicht mitgenommen. Es folgen Kilometer für Kilometer ohne das wir irgendeinen Weg oder eine Wegmarkierung
sahen. Mir kam der Gedanke, ob wir wirklich alles richtig gepeilt hatten. Immer wieder der Blick auf den Kompass.
Bitte lass uns jetzt nicht vom Kurs abkommen. Dann plötzlich tauchte eine Wegmarkierung auf. Wir waren
richtig. Erleichterung. Einige Kilometer weiter klarte das Wetter auf. Es war früher Nachmittag. Das Aufklaren
hatte den Vorteil, dass man sich wieder besser orientieren konnte, aber den Nachteil, dass der Schnee weicher wurde
und wir so öfter einsackten. Von einer Bergkuppe aus konnten wir einige Häuser sehen, die zu Finse
gehören mussten. Finse in Sichtweite, das war ein super Gefühl. Wir haben es geschafft, dachten wir,
jetzt galt es nur noch den Abstieg und eine Bachüberquerung zu meistern, dann wären wir am Ziel. Wir
machten eine Pause und gönnten uns eine Tafel Schokolade. Der Abstieg nach Finse ging relativ zügig. Wir
folgten einer Skipiste. Allerdings ist es der Südhang von Finse und der Schnee wurde mit jedem Meter weicher.
Immer öfter sackten wir tief im Schnee ein. Der gesamte Ort lag noch unter einer Schneeschicht begraben.
Hier war noch Winter. Alles war noch reichlich von Schnee bedeckt - und das Mitte Juni. Der kleine Bach, den es
noch zu überqueren galt, entpuppte sich als ziemlich großer Fluss, einige Meter tief und mit sehr starker
Strömung. So einen hatten wir bisher auf der kompletten Tour nicht gesehen.
Und aus jedem Winkel kamen weitere größere Bäche die Hänge runter, die diesen speisten.
Diese Bäche sind natürlich nicht in der Karte verzeichnet. Wahrscheinlich gibt es sie auch nur zu Zeiten
der Schneeschmelze. Unsere Hoffnung ist eine in der Karte verzeichnete
 Hängebrücke die Zweite
Brücke. Wir glaubten zwar nicht, dass sie montiert wäre, aber wie man an den zurückgebliebenen
Drahtseilen den Fluss überquert, hatten wir jazuvor schon rausgefunden. Es kam wie es kommen musste. Es wurde
der zweite Drahtseilakt dieser Tour. Nur diesmal war der Fluss breiter, die Seile demzufolge länger und das
Gefälle war verkehrt herum, stieg also leicht an. Unter den Seilen befand sich diesmal das reinste Wildwasser
und sehr spitze Felsen.
Mir war klar, wer hier reinfällt ist tot. Also besser nicht reinfallen. Es klappte. Stephan scheuerte sich jedoch
die Kniekehlen auf und ich zerriss mir den Rucksackregenüberzug. Doch mit der Flussüberquerung hatten
wir den Weg in den Ort Finse noch nicht zurückgelegt. Es kamen weitere unüberwindbare Bäche. Die
folgenden Stunden verbrachten wir damit einen gehbaren Weg durch dieses Fluss- bzw. Bachdelta zu finden. Es kam
uns die Idee, wir müssten irgendwie auf die Bahnschienen gelangen. Dann könnten wir diese bis zum
Bahnhof entlang laufen, denn wo ein Zug fährt fließt bestimmt kein Bach über die Schienen. Die
Bahntrasse war schon sichtbar, sie lag aber noch in einiger Entfernung vor uns. Wir begannen uns so langsam zu
wundern, warum in den letzten Stunden kein Zug vorbeigefahren kam. Laut meinem aus dem Internet abgeschriebenen
Fahrplan hätte mindestens einer die Strecke passieren müssen. Doch definitiv war dies nicht der Fall.
Naja erstmal zum Bahnhof kommen und dann weitersehen. Der einzige Weg den wir als gangbar ansahen führt
entlang einer Bergkuppe. Man muss sich vorstellen, dass Finse von der Südostseite aus gesehen in einem
Talkessel liegt. Wir waren schon fast ganz unten in diesem Tal. Nun mussten wir wegen Undurchquerbarkeit der
Flüsse und Bäche einen riesigen schleifenförmigen Umweg laufen um auf diese Bahnschienen zu
gelangen. Wir mussten den bereits abgestiegenen Berg wieder ein wenig hinaufsteigen und dann auf der Höhe
diese Schleife laufen. Diese Einsicht war nicht erheiternd. Denn wir hatten unser Ziel ja bereits seit Stunden
unmittelbar vor Augen und nun war ein beträchtlicher Umweg von Nöten.
Doch dieses Vorgehen war unumgänglich und führte uns schließlich zum Erfolg. Wir gelangten
an die Bahntrasse und standen schließlich auf den Schienen. Nach
 Bahntrasse
ein paar Metern Gehen auf den Schienen fuhr uns erneut der Schrecken in die Glieder. Die Bahnstrecke war
teilweise demontiert und große Schneehaufen lagen mitten auf den Gleisen. Hier war mit Sicherheit seit
Wochen kein Zug mehr gefahren. Waren wir wirklich kurz vor Finse? Oder wie heißt dieses örtchen
sonst? Ein erneuter Blick in die Karte offenbarte uns, dass wir definitiv in Finse waren. Ein Blick auf die
Kartendaten bewiesen meine Vermutung, dass die Kartendaten einfach älteren Datums sind. Einiges hatte sich
wohl
 Schreck, hier fährt wohl kein Zug
nach Kartendruck geändert in Finse, z.B. der Schienenverlauf. Wir liefen die alte Bahnstrecke entlang. Die
heutige verläuft durch einen Tunnel, wie sich am Abend rausstellte. Auch der Bahnhof ist weiter im
Ortsinneren angesiedelt als in unserer Karte verzeichnet. Dem alten Bahngleis folgend kamen wir nach bestimmt
drei weiteren Kilometern am Bahnhof von Finse an. Wir hatten unser Ziel erreicht. Ein Blick auf den Fahrplan
verriet uns, dass der nächste Zug nach Oslo der Nachtzug um 0:30 Uhr sei. Bis dahin hatten wir noch
genügend Zeit. Ausgehungert kochten wir uns eine Mahlzeit. Wir konnten sogar in einem warmen geheizten
Warteraum essen. Dieser war genau wie die Waschtoiletten nicht verschlossen. Wir saßen im Warteraum, als
aus einem aus Oslo kommender Zug zwei Trekker ausstiegen. Sie sahen deutsch aus, waren es auch. Von uns
wollten sie wissen, ob wir die letzten Tage trekken waren und ob wir nicht Tipps für sie hätten. Die
beiden Jungen schienen nicht viel Tourenerfahrung zu haben, denn sie waren über den vielen Schnee
verwundert und hatten nur eine Karte im Maßstab 1:100000. Wir waren nach Karten im 1:50000 Maßstab
gewandert. Ein GPS Gerät hatten sie auch nicht dabei. Als wir Ihnen von unseren Flussüberquerungen,
den beschriebenen Drahtseilakten berichteten, wurde Ihnen wohl klar, dass trekken in der Hardangervidda zu
Zeiten der Schneeschmelze kein Kindergeburtstag ist. Eigentlich wollten sie den Hardangerjøkulen Gletscher
umrunden. Ob sie dieses Vorhaben vollzogen oder ob sie es gar nicht erst versucht haben, weiß ich nicht.
Wir fuhren mit dem Nachtzug nach Oslo.
10. Tag - Freitag
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 Jugendherberge in Oslo
Dort kamen wir früh morgens an. Unser erstes Ziel war die Jugendherberge in der wir ein Zimmer reserviert
hatten. Allerdings erst für die folgende Nacht. Wir konnten erst ab 15:00 Uhr in das Zimmer .
Unser Gepäck konnten wir jedoch dort deponieren. Hundemüde, im Zug war schlafen nicht wirklich
möglich, streiften wir durch Oslo. Immerhin konnten wir hier einen Tine Jordbaer Joghurt kaufen. Das
restliche Benzin, welches nicht zum Kochen gebraucht wurde, mussten wir noch entsorgen. Zu unserer Verwunderung
wurde es an der Tankstelle nicht zurückgenommen. Wir fragten einen Mann von der Müllabfuhr, wo man
dieses tun könnte. Er nahm uns die Flasche aus der Hand und leerte den Rest einfach in sein Müllauto.
Problem erledigt.
11.Tag - Sonnabend
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Der nächste Tag war Rückreisetag. Nichts besonderes. Morgens aufstehen dann frühstückend zum
Busbahnhof gehen, den Shuttlebus zum Flughafen nehmen und nach Hahn fliegen. Das klappte problemlos. Per Mama-Taxi
fuhren wir dann zurück nach Gelnhausen - Meerholz.
12.Tag - Sonntag
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Von dort ging es am nächsten Tag mit dem Auto zurück nach Dresden.
Resümee:
Bei dieser Tour handelte es sich um meine bisher schwierigste Tour. Perfekte Orientierung, vor allem der Umgang mit Karte und
Kompass waren unumgänglich. Ohne GPS wären wir aufgeschmissen gewesen. Das Wetter war
mittelmäßig. Es hat niemals lange geregnet.
In der Zeitplanung hatte ich mich ein wenig verkalkuliert. Allerdings lagen mir auch nur Reiseberichte aus der
Sommersaison vor und die dort genannten Gehzeiten waren Anfang Juni absolut nicht realisierbar. Aus
Geizgründen auf den Kauf von zwei Wanderkarten zu verzichten war Dummheit, welche auf dieser Tour gnadenlos
bestraft wurde. Gelernt habe ich, wie man Flüsse an Drahtseilen überquert. Meine Meinung zu GPS
Geräten habe ich auch geändert. Auf so einer Tour oder gar auf einer Wintertour werde ich nicht mehr
ohne gehen. Im Sommer kann man allerdings darauf verzichten. Fest steht, ich werde irgendwann im Winter auf
Skiern eine Tour irgendwo in Skandinavien machen. Die Eindrücke des zweiten und des
neunten Tages lassen erahnen wie es dort im richtigen Winter aussieht. Da muss ich unbedingt
mal mit Skiern eine Rucksacktour machen, zumal in der Wintersaison die Hütten geöffnet sind.
Für jegliche Kritik, Anregung und Lob bin ich offen. Ebenfalls für Fragen.
Jens
Übersichtskarte
Die Karte zeigt den nördlichen Teil der Hardangervidda.
Die schwarze durchgezogene Linie zeigt den von uns gegangenen, die gepunktete den geplanten Weg.
In der ersten Nacht schliefen wir kurz hinter Geilo, in der zweiten zwischen Geilo und Tuva, in der dritten bei Heinsæter,
dann bei Stigstuv. Nachdem wir vor Dyranut auf die große Straße kamen schlugen wir unser Nachtlager am Stausee
zwischen Dyranut und Liseth auf. Die folgende Nacht verbrachten wir vor Rembesdalsæter, diese Hütte erreichten
wir dann am nächsten Abend. Von dort starteten wir die letzte Etappe nach Finse, von wo aus wir dann mit dem Nachtzug
nach zurück Oslo fuhren.
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